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Andere Länder, andere Sitten: Selbst im strafrechtlich laschen Deutschland 10 statt 4 Jahre (Schweiz) Mindeststrafe

Die Prügelschüler von München - zwei schweizerische Staatsangehörige und ein Schüler slowenischer Nationalität - hatten, bevor sie einen Mann fast umbrachten bereits einen Behinderten brutalst zusammengeschlagen und drei arbeitslose Männer aus Mazedonien, die sich im Park aufhielten solange zusammengeschlagen, bis sie regungslos liegenblieben.

Auch, nachdem sie einen 46jährigen Geschäftsmann fast getötet hatten, setzten sie ihre Gewalttaten fort. Im Anschluß schlugen sie einen Studenten aus Bulgarien zusammen.

Zudem waren die Schüler einschlägig bei der schon sprichwörtlichen Schweizer "Kuscheljustiz" bekannt.

Weiterhin unklar ist, ob die beiden Jugendlichen schweizerischer Nationalität über einen sog. Migrationshintergrund verfügen. Hierzu wurden keine Angaben gemacht. In Schweizer und in ausländischen Medien ist hier von zwei "Schweizern" die Rede.

Polizeisprecher Dengler von der Münchener Polizei äußerte, "über Reue oder Mitleid" habe man "bisher nichts erfahren" von den Jugendlichen. Einer der drei Täter soll - nachdem das in Deutschland zu erwartende Strafmaß bekanntgemacht wurde - Reue zeigen.

Andere Länder, andere Sitten:

Entgegen einigen Medienberichten sind die beiden in die Schweiz zurückgereisten Schüler keineswegs Zeugen sondern ebenfalls Tatverdächtige. Auch, wenn keine Hinweise auf eine massive Tatbeteiligung vorliege, so liege der Straftatbestand der Unterlassenen Hilfeleistung vor.

In der Politik sind die äußerst aggressiven Gewaltdelikte der Jugendlichen inzwischen auch ein Thema

Selbst die SP im zürcher Kantonsrat fand es inakzeptabel, daß die Lehrer von den Vorstrafen der extrem gewalttätigen Jugendlichen nichts erfahren durften. Auch andere Parteien fanden es unzumutbar, daß die Schulbehörde erst von deutschen Behörden von den Vorstrafen erfuhr (wohlgemerkt nach den Gewaltexzessen). Die Grünen warnten hingegen von "Schnellschüssen" und "Radikal-Rhetorik". Gemäß den Grünen gehe es Schulbehörden und Lehrkräfte auch nichts an, ob ihre Schüler wegen schweren Gewaltverbrechen vorbestraft sind. Esther Guyer von den Grünen frug, ob es denn richtig sei, daß die Schulen künftig mehr Informationen erhalten sollen und machte datenschutzmäßige Bedenken geltend, indem sie von einem "grenzenlosen Informationsaustausch" warnte. Die SVP beklagte, daß sämtliche Vorstöße in Richtung eines von jugendlichen Delinquenten auch als Strafe wahrgenommene Strafen bisher im Kantonsrat abgeschmettert wurden.

In der Neuen Zürcher Zeitung meldete sich gestern die Leiterin der Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik zu Wort. Fachstellenleiterin Cornelia Bessler trug hierbei vor, daß "unter dem Einfluß von Alkohol, Drogen und Gruppendynamik" sich eine hochgefährliche Mischung "zusammenbrauen" könne, die sich "unter Umständen in äußerster Brutalität entlade". Für sie sei es aber keine Lösung, die "ungen Delinquenten einfach wegzusperren, so .die Fachstellenleiterin weiter.  Die (zahlreichen) aktuellen und früheren Opfer der "jungen Delinquenten" dürften vermutlich anderer Meinung sein.

(Schweizer Presseagentur) Archivbild: Polizeibericht.ch bzw. Kantonspolizei Solothurn

    ausdrucken    per Email versenden    bearbeiten 07.07.2009
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